Wissenschaftspreis:
Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Preis

Mit der Auszeichnung ehren Stifterverband und Leopoldina Wissenschaftler

oder Forscherteams, die einen Beitrag zur wissenschaftlichen Bearbeitung

gesellschaftlich wichtiger Problembereiche geleistet haben. Der Preis ist mit

50.000 Euro dotiert.


Preisträger 2012:

Prof. Dr. Jürgen Baumert, Bildungsforscher und ehemaliger Direktor

des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Berlin


Jürgen BaumertMit Jürgen Baumert wird ein Wissenschaftler ausgezeichnet, der in seiner Disziplin zu den bedeutendsten und einflussreichsten Vertretern im deutschsprachigen Raum gehört. Baumert hat im Bildungs- und Wissenschaftssystem Deutschlands zahlreiche Entwicklungen angestoßen.

Ihm gelang es in den vergangenen zwei Jahrzehnten, die empirische Bildungsforschung als interdisziplinäres Arbeitsfeld mit neuen Methoden und Erkenntnissen zu etablieren und dieses Feld
zu einem starken Bereich in der wissenschafts-
basierten Politikberatung zu machen.

Nicht zuletzt seit er im Jahr 2000 Leiter der ersten PISA-Studie wurde, gilt er
in der Öffentlichkeit als Nestor der Bildungsforschung in Deutschland. Evaluie-
rungen und Analysen auf Basis der PISA-Ergebnisse führten zu zahlreichen Reformbemühungen in der deutschen Bildungspolitik, unter anderem in den Bereichen Verbesserung der Unterrichtsqualität, Lese- und Schreibförderung sowie der Integration von Kindern aus zugewanderten Familien. Jürgen Baumert setzte weitere Akzente, unter anderem durch die Lehrerstudie COACTIV und mehrere Studien zum Übergang der Schüler von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen. Er ist Autor von mehr als 300 Publikationen allein im vergangenen Jahrzehnt.

Jürgen Baumert, Jahrgang 1941, erhielt zunächst eine Ausbildung als Altphilologe und wurde auf diesem Gebiet promoviert. Im Anschluss studierte Baumert Psychologie und Erziehungswissenschaften und war von 1974 bis 1991 am Max-Planck-Institut (MPI) für Bildungsforschung, Berlin, tätig. Als einer der ersten Wissenschaftler führte er große Untersuchungen an Schulen durch. 1991 wurde Baumert Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften an der Universität Kiel, das unter seiner Leitung zu einem der wichtigsten Zentren der empirischen Bildungsforschung in Deutschland wurde.

1996 kehrte er als Direktor an das MPI für Bildungsforschung in Berlin zurück,
wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2010 den Forschungsbereich Erziehungswissenschaften und Bildungssysteme leitete. Mit Gutachten und Empfehlungen, als Vorsitzender von Kommissionen und Beiräten auf Bundes-
und Länderebenen, wird Jürgen Baumert nicht müde, Handlungsbedarf aufzuzeigen und eine positive Gestaltung der Bildungspolitik mit voranzutreiben.

Foto: Leopoldina


Preisträger 2009:

Prof. Dr. Jens Reich, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin,

Berlin-Buch


Jens Reich (Foto: David Ausserhofer)Der Molekularbiologe und DDR-Bürgerrechtler
Jens Reich, der wissenschaftliche Exzellenz mit
politischem und persönlichem Mut verbunden hat.

Reich hat sich kritisch mit der Genom- und
Stammzellforschung auseinandergesetzt und sich
immer wieder zu politischen Themen geäußert.
"Jens Reich hat sich mit der Molekularbiologie
und der Bioinformatik ein für einen Mediziner
ungewöhnliches wissenschaftliches Arbeitsgebiet
gewählt, auf dem er mit großer mathematisch-
naturwissenschaftliche Kompetenz Bedeutendes
geleistet hat", so Leopoldina-Präsident Volker
ter Meulen. "Es gehörte in der DDR nicht nur politischer Durchblick sondern
auch persönlicher Mut dazu, wenn man sich der Dissidentenbewegung an-
schloss", hebt der Präsident des Stifterverbandes Dr. Arend Oetker hervor.
"Jens Reich war wesentlicher Teil der ostdeutschen Revolution."



Preisverleihung