Talente für Deutschland

30. November 2011 – 18.00 bis 21.00 Uhr

Deutsche Welle, Kurt-Schumacher-Straße 3, 53113 Bonn

 

Abendveranstaltung


Mit dem Motto "Talente für Deutschland" bringt Bildung & Begabung sein Engagement auf eine kurze Formel. Am 30. November 2011 wurde dieses Motto in der Deutschen Welle in Bonn mit viel Leben gefüllt – und kontrovers diskutiert. Mehr als 230 Gäste im Saal erlebten auf dem Podium prominente Bildungsforscher und -praktiker. Mindestens genauso groß war das Interesse an den Alumni der Förderprojekte, die berichteten, wie ihnen eine Teilnahme an einem Wettbewerb oder einer Schülerakademie besonderen Schwung mitgegeben hat. Einer von ihnen führte durch den Abend: Ingo Zamperoni, ARD-Moderator und selbst Preisträger des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen.



Zamperoni erzählte, wie er selbst erfahren hat, dass sich Ausdauer und Motivation auszahlen – nach seinem Erfolg beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen konnte er an einem Sommerprogramm an der Johns Hopkins University in Baltimore teilnehmen.



Im Fokus stand zu Beginn der Veranstaltung vor allem der Ausbau von Bildung & Begabung zum Zentrum für Begabungsförderung in Deutschland. Was das inhaltlich heißt, stellte Geschäftsführerin Elke Völmicke in der Eröffnungsrunde im Gespräch mit Ingo Zamperoni vor.



Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, erinnerte an die Gründung von Bildung & Begabung aus Initiative des Stifterverband im Jahr 1985. Damals, so Schlüter, seien Gesellschaft, Politik und Bildungsforschung sehr vorsichtig mit Begriffen wie "Begabung" und "Talent" umgegangen. Das habe sich zum Glück heute geändert. Bildung & Begabung ist für ihn ein herausragendes Beispiel für die Zusammenarbeit von Privat und Staat.

Nicht nur in der Theorie über die Förderung junger Leute sprechen: Das war das Ziel der Veranstaltung in der Deutschen Welle. Drei Alumni der Förderprojekte – mit Moderator Ingo Zamperoni sogar vier – berichteten über die Erfahrungen, die Sie gesammelt haben. Bischan Sharifi, der im September die erste VorbilderAkademie von Bildung & Begabung besucht hat, sagt, dass er viel Selbstvertrauen gewonnen hat. Neben der fachlichen Förderung hob er gerade die Gemeinschaft hervor, den Austausch mit anderen jungen Leuten:



Höhepunkt der Abendveranstaltung war die Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Bildungsforschung und -praxis, Begabungsförderung und Wirtschaft. Konsens der Runde war: In Deutschland bleiben noch zu viele begabte junge Leute unerkannt. Auf die Gründe dafür blickten die Experten aber aus verschiedenen Winkeln. Autor Werner Siefer ("Das Genie in mir") forderte mehr Gelassenheit und weniger Aktionismus:



Die Runde stimmte überein: Ein Begabungs- oder Talentbegriff, der sich statisch an der Messung eines Quotienten orientiert, ist kaum hilfreich, den Anforderungen der Wissensgesellschaft zu begegnen. Eckhard Klieme, Leiter der deutschen PISA-Studie, forderte eine neue Anerkennungskultur an den Schulen, die sowohl Spitzenleistungen honoriert als auch individuelle Verbesserungen eines Schülers. Gerade Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte seien extrem motiviert, Bildungsangebote zu nutzen. Bislang werde dieses Leistungspotential aber zu selten abgerufen.



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