Leonhard Klein-Preis 2010
geht nach Marburg und Erfurt

Neuartiger Einsatz von Femtosekunden-Laser in der Behandlung

von Fehlsichtigkeit


9. Juni 2010

In diesem Jahr wurden Walter Sekundo (Klinik für Augenheilkunde an der
Phillips Universität Marburg) und Marcus Blum (Helios Klinikum Erfurt –
Augenklinik) ausgezeichnet. Der Preis wurde zum 19. Mal verliehen und
auf dem World Ophthalmology Congress in Berlin überreicht.

Die Preisträger haben ein neuartiges Operationsverfahren mit ultrakurzen
Laserpulsen von wenigen hundert Femtosekunden Dauer entwickelt. Es kommt
mittlerweile in der Augenchirurgie zum klinischen Einsatz. Der Femtosekunden-
Laser erzeugt und komprimiert Laserlicht in sehr kurzen Laserimpulsen. Am
Fokus entsteht im Gewebe eine mikroskopisch kleine Gasblase, die eine Ge-
websunterbrechung darstellt. So entsteht sukzessive eine Trennfläche, die
man sich wie einen dichten Blasenteppich vorstellen kann.

Bei dem neuen Verfahren, der Femtosekunden Lentikel Extraktion (FLEx) wird
der Laser zur Erzeugung von Schnitten im Inneren der Hornhaut genutzt. Aus
der Hornhaut wird dann dieser vorgeschnittene Gewebeanteil (sog. Lentikel)
manuell entfernt – hierdurch wird die notwendige Refraktionsänderung der
Hornhaut erreicht. Eine Verdampfung von Gewebe mit dem bisher genutzten
Excimer-Laser ist damit überflüssig, so dass die gesamte Operation mit nur
einem Gerät innerhalb kürzester Zeit vollzogen wird.

Die Studien zur Fehlsichtigkeitskorrektur mit dem Femtosekundenlaser wurden
an der Augenklinik des Helios Klinikums Erfurt und an den Universitäts-Augen-
kliniken Marburg und Mainz in Zusammenarbeit mit Carl Zeiss Meditec durch-
geführt.

Das Verfahren, das seit 2008 zugelassen ist, erfordert eine extrem präzise
dreidimensionale Schnittführung und stabile Positionierung des Gerätes am
Auge. Mittlerweile liegen die Ergebnisse von rund 2.000 Augen-Operationen
vor, bei denen Kurzsichtigkeit mit und ohne Stabsichtigkeit behandelt wurde.
Einen weiteren Entwicklungsschritt stellt die Kleinschnitt-FLEx dar, mit der
eine höhere Stabilität und mehr Patientenkomfort entsteht. Gegenwärtig
laufen Studien zur Behandlung der Weitsichtigkeit mittels FLEx.


Der Leonhard Klein-Preis

Der Leonhard Klein-Preis wird alljährlich für innovative, wissenschaftliche
Arbeiten auf dem Gebiet der mikrochirurgischen Instrumentenentwicklung
und -anwendung international ausgeschrieben.

Die Leonhard Klein-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung
auf dem Gebiet der Augenchirurgie wurde 1989 von dem Unternehmer Leon-
hard Klein und seiner Frau Lieselotte errichtet. Der Stifter gründete 1948 in
Heidelberg die Spezialwerkstätte für chirurgische Augeninstrumente zur Ent-
wicklung innovativer Instrumente für Augenärzte. Zur Erhaltung seines Lebens-
werkes gaben die Eheleute Klein ihrer Stiftung den Zweck, die Augenchirurgie
zu fördern.

Pressekontakt

Nicole Germeroth

Nicole Germeroth

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kation & Marketing
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F: (0201) 8401-255

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