Stifterverband-webTV:
Ökonomie neu denken – Jenseits der Finanzkrise (III)

HORIZONTE – Expertengespräche des Stifterverbandes:

Interview mit Justus Haucap,

Direktor des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE), Universität Düsseldorf,

und Vorsitzender der Monopolkommission der Bundesregierung


Ein Gespräch über die Risiken der Verflechtung zwischen Banken und Politik, Deregulierung und Überregulierung, die Mängel aktueller Politikberatung durch die Ökonomen und fehlende Freiheiten in der Hochschullehre.

Interview: Corina Niebuhr


Justus Haucap über Ökonomie, Banken und Politik ...

  • Man darf nicht die Leute fragen, denen es eigentlich weh tun muss. Im Bankenbereich brauchen wir strikte Regulierung.
  • Die Kosten einer Überregulierung sind geringer als die Kosten einer Unterregulierung des Bankensektors.
  • Man kann nicht alles den Märkten überlassen, insbesondere nicht den Finanzmärkten.
  • Die Politik hat sich nicht besonders für die Ökonomie interessiert, und die Ökonomie nicht besonders für die Politik.
  • In den USA ist die Politikberatung durch Ökonomen besser institutionalisiert. Bei uns sind das alles mehr oder weniger Nebenjobs. Man ist nicht wirklich drin im politischen Prozess.
  • Ich will nicht in das Klagelied der Bologna-Reform einstimmen, aber es ist dummerweise zum Teil so (....). Die Kultusministerkonferenz will, dass nur eine einzige Prüfungsleistung erbracht wird, und das behindert mich natürlich total, eine rein diskursive Veranstaltung zu machen, wo nicht am Ende eine Klausur steht, sondern wo ich mir aus verschiedenen Leistungen ein Gesamtbild mache und dafür eine Note verteile.
  • In Deutschland haben wir im Großen und Ganzen eine gute Balance von Staat und Markt gehabt. Da muss man jetzt aufpassen, dass man nicht überall den Staat injiziert. Eigentlich war es ja nur in den Finanzmärkten, wo es richtig schief gelaufen ist, und das war der Riesenfehler.

Download des Videos (MOV, 96 MB)



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